Nach der Führung in der 21. Minute durch Kubis, der nach Grund-Zuspiel und einer verunglückten Erfurter Abwehr dem Torwart keine Chance ließ, taten die Neugersdorfer nach vorn viel zu wenig. Darin sah auch Trainer Matthias Schulz die Probleme seiner Mannschaft. Er sprach von einem "stark verbesserungswürdigen Offensivverhalten". Dabei bestimmten die Oberlausitzer nach ihrer Führung mehr und mehr das Spielgeschehen. Sie hatten aber nur noch eine echte Chance in der ersten Hälfte. Jugos Kopfball nach Freistoß von Grund strich knapp über die Querlatte (32.). Auch bei den Erfurtern lief im Angriff nach zwanzig Minuten immer weniger. Nachdem Rassler aus 14 Metern knapp verzogen hatte (11.) und ein Heber von Janke neben das Tor ging (13.), war das meiste Pulver verschossen. Barta konnte sich noch zweimal auszeichnen (30., 35.), sein Gegenüber hatte diese Möglichkeit kurz vor dem FCO-Führungstor in der 20. Minute. Bei den über Grund und Capek gespielten und von Kubis direkt weitergeleiteten Ball bot Fienhold eine Glanzparade.
Die wenigen Zuschauer sahen nach der Pause erstmal fußballerische Magerkost. Die Oberlausitzer nutzten ihre Möglichkeiten zum zweiten Tor nicht. Einen gefährlichen Freistoß von Grund hielt der Erfurter Tormann im zweiten Zupacken (46.) und weder Kubis noch Haasler noch Kästner brachten in der 53. Minute den Ball im Tor unter. Danach gab es kaum noch Strafraumszenen. Die letzten elf Minuten hatten es dann in sich. Der Erfurter Klee köpfte erst am Neugersdorfer Tor vorbei (79.), dann kratzte Barta einen Freistoß aus dem linken oberen Dreiangel (80.), ehe es schließlich nach Ballverlust im Mittelfeld doch noch hinter dem zuverlässigen FCO-Torwart einschlug. Lux konnte eine Flanke von Rassler zum Ausgleich nutzen (84.). Nun warfen die Oberlausitzer nochmal alles nach vorn. Nach einem Lattenknaller von Jugo kam der Ball zu Haasler, dessen Flanke Kubis zu seinem fünften Saisontor (88.) verwerten konnte. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, aus der noch Barta, Grund, Janacek, Jugo und Kubis herausragten, führte zu einem wichtigen Auswärtsieg.
Erich Scherbarth/Michael Schubert