|
Eine sehr durchwachsene dritte Oberligasaison ist für den FC Oberlausitz Neugersdorf zu Ende gegangen. Die zu hoch gesteckte Zielrichtung auf erste Tabellenplätze wurde schon nach der ersten Halbserie nach unten korrigiert. Über einen siebenten Tabellenrang kam man aber nie hinaus. Nun sollte wenigstens in der Endabrechnung eine einstellige Zahl vor "FC Oberlausitz" stehen. Ob das überhaupt noch gelingt, entscheiden die Verfolger Laubegast und Grimma am kommenden Wochenende. Der FCO kann nicht mehr eingreifen, durch die Dessauer Insolvenz ist er spielfrei.
Mit dieser 2:0-Auswärtsniederlage beim FV Dresden-Nord wollten sich die Oberlausitzer jedenfalls nicht aus der Saison verabschieden. Doch bei der spielstarken Überraschungsmannschaft von der Wurzener Straße in Dresden gab es für die Gäste am Sonntag nichts zu holen, man hätte sich sogar über eine noch höhere Gegentoranzahl nicht beschweren können. Den verdienten neunten Heimsieg läuteten die Elbestädter in der 15. Minute ein. Durch eine Schaltpause der Neugersdorfer wurde das Duell des Dresdner Bartos gegen FCO-Torwart Barta ermöglicht. Es ging zugunsten des FV Nord aus: der Ball aus spitzem Winkel schlug für Barta unhaltbar zum 1:0 unter der Querlatte ein (15.). Die Dresdner setzten den FCO auch in der folgenden Spielphase durch schnelles und sicheres Kombinationsspiel ziemlich unter Druck. Neugersdorf fand den Spielfaden nicht und schaute oftmals zu, wie die Dresdner wieder einen Schritt schneller an das Leder kamen. Schade, dass ein gutes Zusammenspiel von Hecht zu Havel und dessen Torschuss nicht erfolgbringend waren (18.). Schon gab es auf der anderen Seite wieder eine brenzlige Situation zu bereinigen. Hecht stand, wie schon so oft in dieser Saison, goldrichtig auf der Torlinie, um Nebes' Kopfball reaktionsschnell aus der Gefahrenzone zu schlagen. In der 25. Minute waren es Barta und die schlappe Schusskraft vom Elfmeterschützen Ackermann, die eine höhere Führung verhinderten. Der von Maglica verursachte Strafstoß landete in den Armen der Neugersdorfer Nummer 1, der sich in die richtige Torecke warf. Doch wer nun Hoffnung auf eine Initialzündung beim FCO hatte, wurde enttäuscht. Im Gegenteil, die Oberlausitzer hatten Glück, dass der Ball immer wieder rechts und links an ihrem Tor vorbeirauschte (31., 32., 40., 42.). In der zweiten Hälfte hätte dann Kubis für den Ausgleich sorgen können, aber er schoss aus guter Position am linken Pfosten vorbei (50.). Auch Hecht konnte bei seinem Sololauf kaum für Gefahr sorgen, da er sich in der souverän spielenden Abwehr der Hausherren festrannte (53.). Diese machten es auch gleich besser und erzielten das spielentscheidende 2:0 durch einen 18 m-Schuss von Arto (57.). Im weiteren Spielverlauf zeigte sich der FCO engagierter, doch plätscherten die Angriffwellen nur sachte in Richtung Nord-Tor. Es gab viele Ecken und Freistöße, zumeist durch Haasler ausgeführt, die jedoch alle geklärt werden konnten. Den Anschlusstreffer hatte Kubis bei einem fälligen Elfer auf dem Fuß, doch er scheiterte wie in der ersten Hälfte die Dresdner auch am Torhüter (80.). Da auch Hechts Schussversuch (84.), Kubis' Direktschuss (86.) und einer von Maglicas Sturmläufen (87.) nichts mehr einbrachten, war das 2:0 der Endstand der mäßigen Oberligapartie. |
| Karl-Heinz Berndt/Michael Schubert |