Mit gestärktem Selbstvertrauen ging der FC Oberlausitz in das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten. Hatte man sich doch vom Ausrutscher in Plauen recht gut erholt und das Pokalspiel letztens sehr erfolgreich gestaltet. Deswegen und sicherlich auch in Erinnerung der 2:5-Schlappe der vorherigen Saison begann Dresden-Nord äußerst verhalten. Man hatte natürlich das Handicap des Ausfalls von Spielführer Frank Gaunitz zu tragen, aber von einer Spitzenmannschaft der Oberliga war in der ersten Halbzeit wenig zu sehen. Man wartete auf Kontermöglichkeiten, die es dann erstmalig in der 20. Minute durch ein Fehlabspiel von Winkler für die Nummer 21 der Dresdner, Tim Semmer, gab. Das Spiel machte der FC Oberlausitz und das richtig gut. Als Mangel war natürlich das Zu-Null zur Pause festzustellen. Trotz der sehr zeitig störenden Gäste Mannschaft konnten die Neugersdorfer etliche Möglichkeiten erspielen. Bereits in der ersten Minute setzte Miltzow einen Kopfball neben den Pfosten. Kubis' Schuss nach Krause-Ecke konnte TW Groß abfausten (10.), der Seitfallzieher des gleichen Spielers ging übers Dresdner Gehäuse (19.). Eine Eingabe des öfters auf der rechten Seite wirkungsvoll nach vorn stoßenden Abwehrmannes Michael haute Havel neben den Kasten (26.) und knapp am Tor-Dreiangel vorbei flog Miltzows 25 m-Schuss (36.). Zwischen weiteren Oberlausitzer Sturmläufen sahen die 330 Zuschauer auch zwei Konter durch Streiber (30./41.). Nach der Halbzeitpause wurde es eine von beiden Seiten verbissen geführte Partie und es kam zum offenen Schlagabtausch. Die Dresdner zeigten nun ihre Fähigkeiten und suchten ihrerseits die Entscheidung. "Wer das 1:0 schießt, gewinnt so ein Spiel." ahnte auch FCO-Trainer Matthias Schulz. Knackpunkte des Spieles waren sicherlich der vom Nord-TW Groß übers Gebälk geboxte Kopfball von Havel (69.), das nicht gepfiffene Strafraumfoul an Krause (72.) und der sich aus einem Neugersdorfer Eckball entwickelnde Gegenzug, der das eine Tor zur Folge hatte. Der Dresdner Torschütze Islamowitsch rannte allen davon, manche Zuschauer wollten eine Ballmitnahme mit dem Unterarm gesehen haben, und lochte für Barta unhaltbar ein (74.). Nun liefen dem FC Oberlausitz die Zeit und auch die Dresdner davon. Immer wieder ergaben sich größere Lücken in der Neugersdorfer Abwehr. Ein Glück, dass Barta das Tor gewissenhaft hütete. Schüsse von Streiber (59.) und Yugo (66.) gingen noch neben seinen Kasten, aber beim Freistoß von Petzold (60.) und dann in den letzten zehn Minuten bot Barta eine Glanztat nach der anderen. Ähnliches kann man von der Gegenseite berichten. Rettungstaten von Abwehrspielern und einem gut aufgelegten Torwart Groß bei Schüssen und Kopfbällen von Michael (46.), Kubis (64.), Miltzow (70.), Gierich (86.) oder Israel (89.) hielten das Gehäuse von Dresden-Nord eben sauber. Bei allen Diskussionen zur zu offenen Spielweise des FCO in der zweiten Hälfte, die Leistung der Einheimischen wurde von den Fans jedenfalls mit Abklatschen honoriert.
Michael Schubert