| Es war eine spielerisch schwache, aber kämpferisch gute Leistung." So schätzte FC Oberlausitz-Trainer Matthias Schulz nach dem Abpfiff das Spiel seiner Mannschaft treffend ein. Über das 1:1-Unentschieden im dritten Spiel der noch jungen Saison kann man aus Neugersdorfer Sicht letztendlich froh sein, obwohl sicher viele FCO-Fans auf drei Punkte spekuliert hatten. Schließlich konnte man in der vergangenen Saison beide Spiele gegen das Team aus der Landeshauptstadt gewinnen. Doch diesmal sprang nur ein Remis und zur großen Sorge des Trainers auch noch eine Verlängerung der Ausfallliste heraus. Man war mit 6 Nichteinsatzfähigen in das Spiel gegangen, in welchem sich dann Winkler und Garbe - hoffentlich nicht schwerwiegend - verletz-ten und Israel zu allem Überfluss auch noch die rote Karte sah. Sie wird für "Issi" eine Sperre von mehreren Spielen nach sich ziehen. Dass es nur zu einem Punkt gegen die erstarkten Dresdner reichte, lag vorrangig an dem noch zu ungenauen Zusammenspiel der Neugersdorfer. In den eigenen Reihen passierten viele Ballverluste, woraus die Laubegaster teilweise gefährliche Angriffe entwickelten. Die Neugersdorfer Abwehr hatte alle Hände voll zu tun und dabei nicht selten Probleme. Meist konnte man erst in letzter Sekunde die Gefahr beheben und von Glück sprechen, dass ein sicherer Miroslav Branis das Neugersdorfer Tor hütete. Er verhinderte zum Beispiel in der 11. Minute den Rückstand, als er einen Freistoß von Glaubitz hielt. So waren auch in den Minuten 15, 18 und 29 gute Rettungstaten des Torwarts zu verzeichnen. Die Laubegaster bestimmten in Hälfte 1 mehr und mehr das Geschehen, während der FCO das Spiel zum Teil an sich vorbeilaufen ließ. So klingelte es in der 34. Minute fast mit Ankündigung im Neugersdorfer Kasten: Falk Terjek traf mit einem Hinterhaltsschuss zum 1:0. Doch postwendend schlug der FCO zurück. Jan Israel glich nach Flanke Kubis, die Fröhner durchließ, zum 1:1 aus. Dies war dann auch der Halbzeitstand, nachdem Haasler für den FCO noch eine große Tormöglichkeit vergab, als er mit dem Abschluss zu lange zögerte (40.). In der zweiten Halbzeit sahen die 500 Zuschauer keine Tore mehr. Dafür umso mehr gelbe Karten. Die harte Gangart der Dresdner während des ganzen Spieles, die den Neugersdorfer Spielfluss auch hemmte, fand beim Schiri nur zweimal gelbfarbige Bestrafung. Beim FCO hingegen bekamen Hecht, Gierich und Garbe Gelb und Torschütze Israel sogar Rot. Die Schiedsrichterentscheidungen waren mehr als undurchsichtig. Beide Mannschaften hatten noch gute Möglichkeiten das Spiel für sich zu entscheiden. Branis musste mit einer Glanztat bei Heißes Schuss noch einmal sein ganzes Können beweisen (57.). Herauszuheben ist natürlich der Pfostenschuss der Elbestädter (68.). Laubegast, das durch seine Überzahl mit allen Mitteln auf das Siegtor drängte, schnürte den FC Oberlausitz in der eigenen Hälfte ein und zwang das Neugersdorfer Team zu einer Abwehrschlacht. Doch auch für das Tor des neuen Dresdner Torwarts Grundmann bestand durch Oberlausitzer Konter immer Gefahr. So wäre auch für den FCO der Siegtreffer möglich gewesen, wenn Kubis bei einem Konterzug zum freistehenden Fröhner abgespielt hätte. Es bleibt im Spiel der Neugersdorfer noch einiges zu wünschen übrig und auch Matthias Schulz weiß, dass die Mannschaft noch "Zeit zum Zusammenwachsen" braucht. |
| Michael Schubert |