Landespokal 2014/15 - 1. Mannschaft

 
   
-> Gelenau   -> Mittweida -> Hohenst.-Ernstt.   -> Dresden    -> Zwickau   

Halbfinale - 06.04.2015 - 14.00 Uhr
FC Oberlausitz Neugersdorf - FSV Zwickau  0:1 (0:1)


Fotos: Sebastian Richter, viele weitere Bilder s. FCO-Facebook
Der FC Oberlausitz Neugersdorf ist nach großem Kampf aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. In einem spannenden und rassigen Duell behielt der Regionalligist aus Zwickau knapp mit 1:0 die Oberhand und zog damit ins Finale gegen den Chemnitzer FC ein.
Die Oberlausitzer standen zum dritten Male hintereinander in der Vorschlussrunde und rechneten sich durchaus Chancen aus, immerhin wurde im Viertelfinale in einem denkwürdigen Spiel Dynamo Dresden bezwungen. Allerdings fehlten dem FCO mit Kunze, Dittrich, Flückiger (alle verletzt) und Penc (gesperrt) vier Stammspieler. Die Zwickauer, die im laufenden Pokalwettbewerb noch ohne Gegentreffer waren, hatten anfangs ein leichtes optisches Übergewicht - und auch die erste dicke Möglichkeit. Paul schickte Genausch, der von Bergs Ausrutscher profitierte und allein auf Harltleib zulief. Dem Stürmer versprang jedoch der Ball so sehr, dass sein Schuss aus zehn Metern im Seitenaus landete (11.). Auch Röhr hatte eine gute Schußmöglichkeit von der Strafraumgrenze aus, er zielte allerdings zu genau auf Hartleib (15.). Der FCO ließ sich nicht lumpen und näherte sich allmählich dem Tor von Braunsdorf. Heineccius traf den Ball von der Strafraumgrenze aus nicht richtig (26.) und in Petricks Versuch aus nahezu gleicher Position warf sich Christoph Göbel und verhinderte so den Einschlag (29.). Das Spiel wog nun hin und her - mit dem besseren Ende für den Gast. Als die Neugersdorfer am gegnerischen Strafraum einen Einwurf hatten, erfasste Patrick Göbel die Situation am schnellsten, spielte in den freien Raum zu Zimmermann, der schickte Genausch auf links. Merkel konnte dessen Flanke nicht verhindern und in der Mitte kam Süß gegen den durchgelaufenen Zimmermann zu spät, um dessen Kopfball aus fünf Metern zu verhindern. "Wir haben es in der ersten Halbzeit nur einmal geschafft, wirklich gefährlich vors Tor zu kommen", freute sich Zwickaus Trainer Ziegner über diesen Treffer. Der Favorit lag von nun an vorn, weil der FCO in dieser Situation viel zu große Lücken und die Gegenspieler aus den Augen ließ. Und der starke Zimmermann hätte drei Minuten später noch einen draufsetzen können, sein Solo gegen Petrick und Lou?ka mit anschließendem Schuss aus 25 Metern war sehenswert (39.), endete allerdings im Toraus. Die knappe Führung der Gäste war zur Pause nicht ganz unverdient.
Vor der stattlichen Kulisse von immerhin 2.108 Zuschauern kamen die Neugersdorfer in der Sparkassen-Arena mit mehr Offensivdrang aufs Feld. Und endlich konnte sich Nezmar, der gegen die starke Innenverteidigung der Zwickauer einen schweren Stand hatte, in Szene setzen. Nach Merkels weitem Freistoß kam er tief im FSV-Strafraum zum Schuss, doch Wachsmuth warf sich in den Ball und klärte so zur Ecke (56.). Der nun einsetzende starke Schneefall machte beiden Mannschaften zu schaffen, die Spielbedingungen verschlechterten sich praktisch minütlich. Trotzdem war Huth nach Šislers Ecke dem Ausgleich ganz nah (67.). Noch näher war der FSV aber dem 2:0 mit dem besten Angriff des Spiels. Über Wachsmuth, Grandner und Patrick Göbel kam der Ball in den Neugersdorfer Strafraum. Dort hatten Genausch, Zimmermann und Frick die Entscheidung auf Kopf und Fuß, letztendlich bereinigte Hartleib reaktionsschnell die Situation (69.). Auf dem jetzt schneebedeckten Boden läutete Lou?ka mit seinem abgefälschten Distanzschuss die atemberaubende Schlussphase ein (80.), in der beide einem Treffer äußerst nahe waren. Neugersdorf warf alles nach vorn, drückte vehement auf den Ausgleich. Petrick ließ zwei Zwickauer an sich vorbeirutschen, sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (84.), Berg bekam nach Šislers Freistoß nicht genug Druck hinter den Ball (88.). Und als Šisler in der Mitte Nezmar bediente, der mit einer herrlichen Drehung Mai aussteigen ließ und den Außenpfosten traf (90.), war die letzte Neugersdorfer Riesenchance vertan. Das Spiel stand in dieser Phase auf Messers Schneide weil auch der Regionalligisten die Entscheidung suchte und gute Kontergelegenheiten erspielte, wobei sich Hartleib dreimal, gegen Grandner (85., 91) und Luge (89.), mit starken Reaktionen hervorragend in Szene setzen konnte.
"Wir genießen den Sieg, sind froh, daß wir im Finale sind. Das Wie spielt dabei keine Rolle", fasste Trainer Ziegner das Spiel zusammen. Neugersdorfs Weidner ärgerte sich besonders über das Gegentor, das aus einem eigenen Einwurf heraus entstanden ist. Zudem meinte er: "Wir haben versucht, mit allen Mitteln das Spiel danach noch zu drehen, doch es hat am Ende auch ein bißchen das Glück gefehlt. Zwickau hat nach dem 1:0 das Spiel verwaltet.". Trotz der Niederlage kann man dem FCO keinen Vorwurf machen, Engagement und Kampfgeist haben gestimmt. Bis zum Schluss haben die Oberlausitzer an ihre Chance geglaubt und auf den Ausgleich gedrängt. An diesem Nachmittag fehlte eben auch das Quentchen Glück.
Jens Kölz/Erich Scherbarth
Tor: 0:1 Zimmermann (36.)

FC Oberlausitz Neugersdorf
Hartleib - Merkel, Berg, Süß, Huth - Petrick - Šisler, Loučka, Liška - Heineccius (72. Nemec), Nezmar

FSV Zwickau
Braunsdorf - P. Göbel, Mai , Paul, Chr. Göbel - Wachsmuth , Frick - Zimmermann , Schlicht (55. Grandner), Röhr (81. Eggert) - Genausch (72. Luge)

Zuschauer: 2.108       SR: Stefan Herde (Dresden) SRA: Tony Schuster, Jens Rohland - Stefan Gärtner


Viertelfinale - 16.11.2014 - 13.00 Uhr
FC Oberlausitz Neugersdorf - SG Dynamo Dresden  2:1 (0:0)
Nach 81 Minuten wähnte sich der Favorit im Halbfinale. Fetsch hatte eben einen Hefele-Schuss unhaltbar abgefälscht und Dynamo in Führung gebracht. Doch wie schon in den letzen beiden Jahren wuchs der FCO im Pokal über sich hinaus und konnte in einer turbulenten Schlussphase dem Drittligisten noch die Butter vom Brot nehmen. Es sollte ein spannendes Pokalspiel werden, das schon vor dem Anpfiff einen emotionalen Höhepunkt bot. Dresdens Fanvertreter dankten Neugersdorfs Innenverteidiger Süß für seinen 17-jährigen Einsatz im Dynamodreß.
Man mochte in der Anfangsphase seinen Augen gar nicht trauen, denn ehe der Drittligist überhaupt ein Bein aufs Feld bekam, waren die selbstbewusst startenden Neugersdorfer der Führung zweimal ganz nahe. Šisler verzog freistehend volley aus zwölf Metern (5.), nachdem sich Dittrich, der zusammen mit Kunze auf der rechten Seite ein starkes Duo bildete, Tekerci und Vrzogic stehenließ. Huth zwang Wiegers zu einer guten Parade (6.). Erst jetzt schienen die Dynamos das Spiel anzunehmen und setzten selbst Akzente. Tekerci scheiterte aber erst an Penc (9.) und dann am gut reagierenden Flückiger (12.). Dynamo bekam das Spiel nun besser in den Griff, doch richtige Möglichkeiten konnten sich die Elbestädter nur spärlich erspielen. Ein Fehlabspiel Nezmars ermöglichten Eilers und Tkerci eine Doppelchance, doch Flückiger und Huth entschärfen die Situation gemeinsam (21.). Der bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung beste Dresdner, Tekerci, konnte mit einer Drehung zwar Penc, aber den wiederum hervorragend haltenden Flückiger nicht überlisten (28.). Doch Dynamo durfte sich selbst nie sicher fühlen, weil die Neugersdorfer an diesem Tage gegenüber den letzten Punktspielen eine deutliche Leistungssteigerung zeigten. Huth zwang Wiegers zu einer Glanztat (29.), am abprallenden Ball schlitterte Šisler vorbei. Auch hier war das 1:0 drin. Ein Klassenunterschied, gar ein zweifacher, war in einer rasanten ersten Hälfte nie zu spüren. Im Gegenteil, verglichen mit dem müden Kick in Markranstädt am vergangenen Wochenende war das Spiel äußerst kurzweilig, wog hin und her mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten.
Die zweite Halbzeit konnte zunächst nicht an die spannende erste anknüpfen. Dresden hatte zwar nun ein optisches Übergewicht, der FCO ließ sich jedoch nicht überraschen, stand kompakt, wartete auf Fehler des Gegners und eigene Kontergelegenheiten. Erst nach einer Viertelstunde geriet ein Tor in den Brennpunkt, das der Gastgeber. Dabei erwies sich Flückiger als starker Rückhalt, klärte vor Fetsch (60.), reagierte glänzend gegen Dürholtz (62.) und kam Tekerci gedankenschnell zuvor (66.). Die Ballverluste in der Vorwärtsbewegung häuften sich nun beim FCO, Dynamos Druck wurde allmählich stärker, doch ernsthaft geriet das Tor der Gastgeber lange Zeit nicht in Gefahr. Erst neun Minuten vor Schluss tauchten die Dresdner wieder ernsthaft vor Flückiger auf, ein Standard musste her und läutete die turbulente Schlußphase ein. Fetsch nutzte eine Unachtsamkeit zur Führung, die schon vorentscheidenden Charakter zu haben schien. Was danach folgte, ist wohl nur in Pokalspielen möglich. Denn nun überschlugen sich die Ereignisse. Die Niederlage vor Augen, aber nicht akzeptierend, spielte plötzlich nur noch der Oberligist. Kunze fand sich mit Dittrich zum Doppelpass, seine Eingabe gelangte zu Šisler, der Wiegers zu eine starken Parade zwang (87.). Beim nächsten Neugersdorfer Angriff musste Wiegers erneut gegen Šisler retten, klärte zur Ecke (88.). Doch die hatte Folgen. Berg, mit dessen Einwechslung die Dresdener Abwehr offensichtlich gar nichts anzufangen wusste, köpfte Šislers Ecke vors Tor, wo Nezmar stand und mit sehenswerten Seitfallzieher den Ausgleich herstellte. Neugersdorf schien für seinen Kampfgeist mit der Verlängerung belohnt zu werden. Fünf Minuten Nachspielzeit zeigte der vierte Unparteiische an, was vor allem daran lag, daß sich Tekerci nach einem Luftkampf mit Nezmar so schwer verletzte, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte – gute und schnelle Besserung! Von der Ausgleichseuphorie getragen und vom Publikum nach vorn gepeitscht („Einer geht noch rein“) trat Šisler nochmals zum Freistoß an. Berg, von wem auch immer am Torraum allein gelassen, konnte sich aus sechs Metern die Ecke aussuchen und sorgte so für die Entscheidung. Der Rest ging im Jubel unter, auch die unnötige Gelbe Karte, die sich Penc mit einem Foul an Erdmann im gegnerischen Strafraum eingehandelt hatte. Es war seine zweite im Sachenpokal.
Das dritte „Spiel des Jahres“ (nach dem Pokalhalbfinale gegen RB in der letzten Saison und der anschließenden unglücklichen Finalniederlage gegen Chemnitz) zeigte das große Potential, das in dieser Mannschaft steckt. Natürlich sind solche Fußball-„Feiertage“ etwas anderes als der Liga-Alltag. Aber, verglichen mit den letzten Oberligaspielen war dieser Auftritt eine völlig andere Dimension. Was am Sonntag geboten wurde, es unterschied sich grundsätzlich vom eher dünnen Auftritt in Markranstädt, hatte nichts gemein mit den unnötigen Niederlagen in Erfurt und Halle. Die Mannschaft kann offensichtlich viel mehr, als sie in den letzten Punktspielen gezeigt hat, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Hoffentlich kann sie das in den letzten drei Runden untermauern.
Jens Kölz/Erich Scherbarth
Tore: 0:1 Fetsch (81.), 1:1 Nezmar (88.), 2:1 Berg (90+1)

FC Oberlausitz Neugersdorf
Flückiger - Kunze, Penc , Süß (76. Marrack), Merkel - Petrick - Dittrich, Heineccius (71. Berg), Šisler, Huth - Nezmar

SG Dynamo Dresden
Wiegers - Kreuzer, Erdmann , Hefele, Vrzogic (67. Zeldenrust)- Moll (58. Hartmann), Müller - Eilers, Dürholtz, Tekerci (80. Comvalius) - Fetsch

Zuschauer: 3.655       SR: Lutz Rosenkranz (Plauen) SRA: Stephan Markowitz, Benjamin Seidl - Torsten Junghof

Achtelfinale - 09.10.2014 - 18.00 Uhr
VfL 05 Hohenstein-Ernstthal – FC Oberlausitz Neugersdorf   2:7 (0:1/2:2) n.V.
Der FCO steht im Viertelfinale des Landespokals in Sachsen. Um das zu erreichen, war ein ganz hartes Stück Arbeit zu verrichten. Immerhin brauchten die Neugersdorfer die Verlängerung, um am Ende noch deutlich mit 7:2 zu gewinnen.
Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Dass Hohenstein nicht zu unterschätzen war, zeigte ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Im Mai 2012 unterlag der VfL erst im Pokalfinale dem Chemnitzer FC nach großem Kampf mit 4:5 n.V. Entsprechend konzentriert begannen die Oberlausitzer und erspielten sich durch Stajner, Šisler und Nemec erste Möglichkeiten. Die klassentieferen Hohensteiner gingen defensiv in die Begegnung, zogen sich meist in die eigene Hälfte zurück und versuchten, den Favoriten mit Kontern zu ärgern. So richtig gefährlich wurden sie anfangs aber auch nicht. Als dann Nemec im Strafraum gelegt wurde, schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Šisler konnte Lowens im Hohensteiner Tor vom Elfmeterpunkt aus aber nicht überwinden (19.). Das war ein unschönes Déjà-Vu zu Stajners verschossenem Strafstoß in der Vorwoche und Wasser auf die Mühlen der Hohensteiner. Die wurden nun frecher und kamen selbst zu einem Elfmeter, weil Ex-Bundesligaspieler Helbig zwischen Penc und Petrick zu Fall kam. Hölzel machte es besser als Šisler und verwandelte souverän zur Hohensteiner Führung. Die Gastgeber, vom Zwischenstand bestätigt, pflegten nun weiter ihre defensive Spielweise. Die Gäste drängten zwar auf den Ausgleich, doch mit Ballverlusten und ungenaue Anspiele machte sie sich selbst das Leben schwer. Und weil sie ihre Möglichkeiten nicht zu nutzen vermochten, blieb es zur Halbzeit beim überraschenden 1:0.
Die Neugersdorfer stellten nun auf eine Dreierkette um, brachten mit Nezmar einen weiteren Stürmer und versuchten so, die Offensive zu stärken und das Spiel in ihre Richtung zu lenken. Doch der FCO konnte seine Überlegenheit weiter nicht in Treffer ummünzen. Im Gegenteil, es sollte noch schlimmer kommen. Eine Ecke von Enold segelte durch den Strafraum, ging an Freund und Feind vorbei. Kochte hatte am langen Pfosten keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken. Der Außenseiter führte nun 2:0, es sah schlimm aus für den Pokalfinalist der letzten Saison, der nun alles nach vorn warf. Petrick prüfte Torwart Lowens, doch der bestand (62.). Drei Minuten später konzentrierten sich die Hohensteiner bei einem Freistoß Stajners auf die Stürmer Nemec und Nezmar. Der Kapitän spielte aber den freistehenden Šisler an, der von der Strafraumgrenze aus Lowens mit einem plazierten Schuss überwinden konnte. Damit war wenigstens der Anschluss hergestellt. Die Hohensteiner wurde nun eingeschnürt, doch zu unterschätzen waren sie weiterhin nicht. Kurz nach Šislers Treffer hielt Flückiger glänzend gegen Benduhn und bewahrte damit seine Mannschaft vor dem Pokal-K.O. (72.), ein Freistoß Zwingenbergers strich über das Tor (82.). Die Zeit verrann, der FCO rannte dem 1:2 weiter hinterher. Nezmar hatte den Ausgleich auf dem Fuß (85.) und Nemec köpfte nach Stajners Freistoß den Ball über den Kasten (86.). Der aufopferungsvolle Gastgeber stemmte sich mit allen noch vorhandenen Kräften gegen den Ausgleich, wähnte sich schon fast am Ziel und wurde doch kurz vor Schluss abgefangen. Bei einer Eingabe Ehrenbergs zeigte Nemec seine Torjägerqualitäten und köpfte zum 2:2 ein.
Nun waren die Oberlausitzer nicht nur konditionell sondern auch moralisch obenauf. Vor allem Šislers zweiter Treffer brach den tapfer kämpfenden Hohensteinern das Genick. Er verwandelte eine Eingabe Ehrenbergs mit strammen Schuss zum für Neugersdorf erlösenden 3:2. Als Nezmar gleich darauf das 4:2 erzielte, war es um die Gastgeber geschehen. In der zweiten Hälfte der Verlängerung spielte der FCO seine Überlegenheit aus und konnte das mit weiteren Treffern von Nemec, Marrack und Nezmar auch zahlenmäßig dokumentieren.
Es war ein typisches Pokalspiel, in dem Hohenstein nur drei Minuten zur Überraschung fehlten. Dass am Ende ein klarer Sieg heraussprang, konnte vielleicht erwartet werden, dass man dazu 120 Minuten brauchen würde, sicher nicht. Die Hohensteiner holten alles aus sich heraus. Als die Kräfte der Gastgeber dann immer mehr schwanden, belohnten sich Neugersdorfer und zogen verdient in die Rund der letzten Acht ein.
Jens Kölz/Erich Scherbarth
Tore: 1:0 Hölzel (33./FE), 2:0 Kochte (51.), 1:2 Šisler (65.), 2:2 Nemec (87.), 2:3 Šisler (96.), 2:4 Nezmar (98.), 2:5 Nemec (107.), 2:6 Marrack (111.), 2:7 Nezmar (120.)

VfL 05 Hohenstein-Ernstthal
Lowens - Zwingenberg (105. Musick), Schütz, Kochte, Hölzel (74. Falke), Benduhn, Enold, Börner, Wittig, Helbig (93. Wilhelm), Meinel

FC Oberlausitz Neugersdorf
Flückiger - Kunze, Penc , Berg (101 Marrack), Merkel (46. Nezmar) - Petrick (64. Ehrenberg ), Šisler - Dittrich, Stajner, Liška (46. Nezmar) - Nemec

Zuschauer: 130       SR: Christopher Gaunitz (Leipzig) SRA: Rene Krüger, Benjamin Bartsch - Bürk Haubner

3. Hauptrunde - Sonnabend, 06.09.2014 - 15.00 Uhr
SV Germania Mittweida – FC Oberlausitz Neugersdorf   0:5 (0:4)
... und jährlich grüßt das Murmeltier: Wie schon im Vorjahr trafen Germania Mittweida und Oberlausitz Neugersdorf im Landespokal aufeinander und wie damals auch waren die Gäste für den Landesklasse-Vertreter eine Nummer zu groß. Die Oberländer gewannen diesmal mit 5:0.
Noch bevor die Partie so richtig begann, gerieten die Germanen schon ins Hintertreffen. Katzer wehrte erst einen 22-Meter-Freistoß Stajners zur Ecke ab, die gleich von Šisler getreten wurde. Nemec, der wie schon in der Pokalrunde zuvor in Gelenau im Sturm zum Zuge kam, stieg am höchsten und brachte den Favoriten bereits nach zwei Minuten in Front. "Da haben wir ein bisschen geschlafen, waren in der Abwehr noch unsortiert." kommentierte Mannschafts-leiter Poppitz, der Trainer Schneider vertrat, die frühe Führung der Gäste. Trotz des Rückstandes blieb Mittweida im Gegensatz zum Spiel im Vorjahr recht defensiv, stand sehr tief und versuchte mehr das Resultat in Grenzen zu halten als den Kontrahenten zu necken. So spielte sich das Geschehen meist in der Hälfte der Gastgeber ab. Liška (7.) und Heineccius (19.) hatten aus Nahdistanz die Möglichkeiten, das Spiel vorzuentscheiden, trafen aber den Kasten nicht. Ansonsten hatte sich Germanias Hintermannschaft inzwi-schen gefestigt. Geschickt hielten sie den Kontrahenten von ihrem Gehäuse fern, wobei der Oberligist auch nicht sonderlich vor spielerischen Ideen sprühte. Die Schwüle und der holprige Rasen trugen ihr übriges bei. Erst nach knapp einer halben Stunde tat sich wieder mehr. Mittweidas Wiedemann fordert nach schöner Einzelleistung gegen Merkel mit seinem Schuss über das Tor den Beifall der ca. 150 Zuschauer heraus (29.). Es sollte an diesem Tag das einzige Mal sein, dass Flückigers Kasten in Gefahr geriet. Ansonsten hatte der Torhüter einen geruhsamen Nachmittag. Neugersdorf zog nun im Tempo etwas an und erzwang damit die vorzeitige Entscheidung. Nemec, der schon in Gelenau die ersten beiden Tore beim 7:1-Sieg markierte, ließ Hönig nach Huths Flanke stehen, vergab jedoch noch (28.). Sechs Minuten später machte er es besser, wobei Mittweidas Torwart Katzer kräftig mithalf. Der unterlief Stajners Ecke und ermöglichte so den zweiten Treffer von Nemec, der nur noch das leere Tor treffen musste. Drei Minuten später setzte sich Huth auf der rechten Seite gegen Frieden durch. In seine Eingabe spritzte Stajner, hielt seinen Fuß hin, erwischte Katzer so auf dem falschen Fuß und sorgte damit für den dritten Treffer. Der FCO war nun gegen die tapfer kämpfenden Mittweidaer, die sich in den vorigen Runden gegen Concordia Schneeberg und bei der SG Kreinitz durchsetzten, klar überlegen. Konnte sich Katzer bei Šislers Schussversuch aus 20 Metern noch auszeichnen (39.), hatte er mit dem Halbzeitpfiff gegen den Mittelfeldspieler, der es diesmal von der Strafraumgrenze aus versuchte, das Nachsehen. Jedoch machte der Torhüter hier auch keine gute Figur. So hatten die Oberlausitzer das Vorjahresresultat schon zur Pause eingestellt.
Beide Mannschaften ließen es nach dem Wechsel etwas verhaltener angehen, das Spiel war eh entschieden. Der eingewechselte Nezmar verpasste zwei gute Möglichkeiten (49., 75.) und Süß traf nach einer Ecke Huths, der nach mehreren Fouls an ihm verletzt ausscheiden musste, nur den Pfosten (53.). Trotzdem war das Spiel äußerst fair, der Schiedsrichter zückte erst drei Minuten vor dem Ende die einzige Gelbe Karte. Der Höhepunkt der zweiten Halbzeit war der Treffer Liškas. Er verwandelte eine abgeköpfte Ecke Stajners an der Strafraumgrenzen stehend mit dem Innenrist unhaltbar ins linke untere Eck. Dem Tschechen war die Freude richtig anzusehen, war er doch nach fast zehn Monaten - letztmalig im November gegen Jena II - wieder für seine Mannschaft erfolgreich. Danach spulte der FCO die Partie herunter, 15:0 Ecken waren am Ende ein deutlicher Beleg für die Überlegenheit. Die Gäste hätten den Spielausgang noch deutlicher gestalten können, Stajner (65.), Nemec (66.) und Dittrich (77.) hatten gute Möglichkeiten zu einer Resultatsverbesserung. Doch das wäre der Leistung des Tabellenvierten der Landesklasse Mitte sicher nicht gerecht gewesen.
"Uns war von vornherein klar, dass wir hier keine große Chance aufs Weiterkommen hatten. Dass wir in der zweiten Halbzeit nur ein Gegentor bekommen haben, war von uns eine gute Leistung." zeigte sich Mannschaftsleiter Poppitz trotz der Niederlage mit den Auftritt seiner Truppe sehr zufrieden. Neugersdorfs Trainer Weidner legte mehr Augenmerk auf den Einzug in die nächste Runde: "Wir wollten weiterkommen, uns keine Probleme machen. Das ist uns überzeugend gelungen. Das frühe Tor hat uns Ruhe gebracht." Nun harren die Oberländer gespannt auf die Auslosung des Achtelfinales. Dort steigen dann auch der Chemnitzer FC und Dynamo Dresden ein.
Jens Kölz/Erich Scherbarth
Tore: 0:1 Nemec (2.), 0:2 Nemec (35.), 0:3 Stajner (38.), 0:4 Šisler (45.), 0:5 Liška (65.)

SV Germania Mittweida
Katzer - Marquardt, Hönig, Richter, Pietsch (56. Wilsdorf) - Voigt, Ryssel - Wiedemann, Pittroff, K. Frieden (62. König) - Kaltschmidt (62. Hahn)

FC Oberlausitz Neugersdorf
Flückiger - Kunze, Berg, Süß, Merkel (46. Nezmar) - Šisler (46. Dittrich), Heineccius - Huth (59. Ehrenberg), Stajner, Liška - Nemec

Zuschauer: 120       SR: Stephan Markowitz (Zwickau) SRA: Michel Frank, Bürk Haubner

2. Hauptrunde - Sonnabend, 16.08.2014 - 14.00 Uhr
BSV Gelenau – FC Oberlausitz Neugersdorf   1:7 (0:2)
Nachdem der FCO in der ersten Runde ein Freilos hatte, übersprang er seine erste Pokalhürde in dieser Saison am Ende locker mit 7:1. Bei besten Rahmenbedingungen im schmucken Sportareal hielt der BSV Gelenau, der zwei Klassen tiefer in der Landesklasse West kickt, solange die Kräfte reichten gut mit. Der Ballsportverein, der in der letzten Saison aufgestiegen ist und bei dem nach 28 Spielen immerhin 100 geschossene Tore zu Buche standen, versteckte sich anfangs nicht. Natürlich versuchte der Außenseiter über eine dichtgestaffelte Abwehr den Gästen den Wind aus den Segeln zu nehmen und selbst gefährlich zu kontern. Dies gelang anfangs auch, zumal der FCO die Partie etwas ruhiger angehen ließ und sich in der Anfangsphase einige Fehlabspiele leistete. So hatte Patrick Kolditz die erste gute Möglichkeit für den BSV, schoß Flückiger aber überhastet in die Arme (8.). Nach einer Viertelstunde machten die Oberlausitzer dann ernst. Brachte Nemec Dittrichs Zuspiel zunächst noch nicht unter (14.), gelang das Zusammenspiel beider Akteure zwei Minuten später besser, Nemec reagiert am schnellsten und schoss seine Mannschaft in Führung. Šisler hatte kurz darauf zwei dicke Gelegenheiten, schoß jedoch aus Nahdistanz erst über den Kasten, fand dann im stark haltenden Kaden seinen Meister. So blieb es wiederum Nemec vorbehalten, den Vorsprung auszubauen, er war nach einer Ecke Šislers zur Stelle. Petrick (35.) und Heineccius (38., 41.) hätten das Ergebnis höher schrauben können, schafften dies jedoch in guten Positionen stehend nicht. Gleichwohl lief das FCO-Spiel nicht rund, viele Einzelaktionen ließen keinen rechten Spielfluß aufkommen. Lars Kolditz, der in der vergangenen Saison 37 (!) Treffer zum Aufstieg beisteuerte, hätte dies für die tapfer kämpfenden Gelenauer fast genutzt, kam nach einer Unachtsamkeit der Neugersdorfer zur besten Chance für die Gastgeber, vertändelte allerdings das 1:2 (39.). Trainer Weidner war mit dem bis dahin geboten unzufrieden. "Wir waren teilweise sehr unkonzentriert, leisteten uns zu viele leichtsinnige Ballverluste. Gelenau hatte deshalb zwei gute Möglichkeiten. Das Ganze gipfelte dann im Gegentor. Gegen andere Gegner kann das ins Auge gehen."
Er meinte einen solchen Schnitzer im Mittelfeld, den Goalgetter Lars Kolditz zu Beginn der zweiten Hälfte nutzte. Er fackelte nicht lange und überwand Flückiger mit der Pieke. Der BSV witterte nach dem Anschlusstreffer Morgenluft, die ihm der eingewechselte Nezmar im Gegenzug gleich wieder abdrückte. Stajner flankte von rechts außen, Neugersdorfs Torjäger verwandelte sehenswert, ähnlich wie beim Viertelfinalsieg im Vorjahr in Bautzen, per Fallrückzieher. "Danach kehrte bei uns wieder Ruhe, wir konnten das Spiel danach locker nach Hause bringen", so Trainer Weidner. Damit war nämlich nicht nur der alte Abstand wiederhergestellt, es war auch der moralische K.O. für die wackeren Gelenauer, die nun eine Torflut Nezmars über sich ergehen lassen mußten. Als sich Dittrich auf der rechten Seite durchsetzte, stieg der Stürmer wieder einmal am höchsten und ließ Kaden im BSV-Tor nicht die Spur einer Chance. Vier Minuten danach wurde Heineccius im Strafraum gefällt. Der Tscheche schnappte sich den Ball und verwandelte sicher zum beruhigenden 5:1. Die Gastgeber, deren Kräfte nun allmählich schwanden, wagten sich bei einer Ecke noch einmal nach vorn und wurden gnadenlos ausgekontert. Penc schickte Berg mit einem Steilpaß, der setzte sich im Strafraum durch und hätte das Tor eigentlich selbst machen können, legte aber uneigennützig zu Nezmar ab, der leichtes Spiel hatte und das halbe Dutzend vollmachte. Fünf Minuten später schraubte sich Nezmar bei einem Eckball Stajners wieder am höchsten und setzte den Schlußpunkt. Dass es "nur" bei fünf Nezmar-Treffer in dieser Halbzeit blieb, lag auch daran, daß er zwei Minuten vor dem Ende eine Stajner-Flanke aus fünf Metern ans Gebälk jagte.
Nach einer durchwachsenden ersten Halbzeit hat sich der Sachsenpokalfinalist der letzten Saison im zweiten Durchgang für die nächsten Aufgaben warmgeschossen. Doch auch der kommende Gegner, der 1.FC Lok Leipzig, ließ sich beim 10:0-Sieg bei LVB Leipzig nicht lumpen. Mit ihm beginnt am kommenden Sonnabend die Standortbestimmung. Nach dieser Begegnung und dem Auswärtsspiel eine Woche später bei RB Leipzig II wissen die Neugersdorfer, wo sie wirklich stehen.
Jens Kölz
Tore: 0:1 Nemec (17.), 0:2 Nemec (25.), 1:2 L. Kolditz (54.), 1:3 Nezmar (55.), 1:4 Nezmar (65.), 1:5 Nezmar (69./Foulstrafstoß), 1:6 Nezmar (74.), 1:7 Nezmar (79.)

BSV Gelenau
Kaden - Flade, Walczak (66. Gärtner ), Fritzsche, K. Opitz, R. Opitz , P. Kolditz, Schaarschmidt (74. M. Künzel), L. Kolditz, Viererbe (46. Messig), D. Künzel

FC Oberlausitz Neugersdorf
Flückiger - Kunze, Penc, Berg, Hädrich - Petrick (46. Nezmar) - Dittrich, Šisler (46. Stajner), Heineccius, Liška - Nemec (64. Marrack)

Zuschauer: 125       SR: Tim Ziegler (Plauen) SRA: Christian Erler, Jürgen Heinz