| 22. Spieltag: NFV GW Görlitz 09 – FC Oberlausitz Neugersdorf 3:0 (1:0)
>Sonntag, 13.03.2011 - 14.00 Uhr | |
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Über 600 Zuschauer fanden sich bei vorfrühlingshaften Temperaturen auf der Jungen Welt ein, um den Ostsachsen-Gipfel beizuwohnen. Und sie sahen nach einer höhepunktarmen ersten Hälfte einen zielstrebigen NFV, deren Spieler eiskalt im Abschluss waren. Mit dem hochverdienten Sieg schoben sich Görlitzer an den Neugersdorfern vorbei auf Platz fünf.
Aus dem vorhergesagten Duell der beiden Torjäger wurde es allerdings nicht. Stefan Höer musste wegen einer Mandelentzündung passen und Paul Lehmann bekam aus taktischen Gründen den Vortritt vor Robert Boese. Er sollte seine Schnelligkeit gegen die hochgewachsenen FCO-Innenverteidiger Pufal und Förster ausspielen. Das ging zunächst nicht auf, da er meist ins Abseits gestellt wurde. Chancen für die Görlitzer blieben in der ersten Halbzeit Mangelware. Auch auf der Gegenseite passierte nicht viel. Die Gäste versuchten, das Mittelfeld durch weite Bälle hinter die Görlitzer Abwehr zu überbrücken. Das gelang aber nur bedingt. Felix Grundmann ließ Hentschel nicht aus den Augen. Der torgefährlichste Neugersdorfer Stürmer (in Abwesenheit von Höer) konnte sich nicht einmal entscheidend durchsetzen und für Torgefahr sorgen. Eine einzige echte Chance in Hälfte eins war Sebastian Uhlig vorbehalten. Der Gästekapitän kam nach einem Freistoß im Strafraum an den Ball. Doch der Schuss im Fallen war eine sichere Beute für den NFV-Torwart Christoph Zwahr. Vor der Halbzeit ließ sich der NFV dann etwas einlullen und verhinderte auch keine Flanken. Jedoch in der 42. Minute wurden die Gäste ausgekontert. Eine Steilvorlage köpfte Tino Pietsch punktgenau Paul Lehmann in den Lauf. Der Youngster behielt trotz Bedrängnis die Übersicht und verwandelte sicher. Nach dem Pausentee kamen die Gäste mit mehr Offensivgeist aus der Kabine. Doch die Görlitzer Abwehr stand sehr sicher. Rutschte mal ein Ball durch, war Jens Garbe zur Stelle. Mit viel Ruhe und großer Übersicht gewann er jeden Zweikampf. Bissig und präsent war auch Adam Jaworski hinter den Spitzen. Wie schon gegen Plauens Regionalligareserve lauerte er auf den entscheidenden Fehler eines Neugersdorfers im Spielaufbau. Der Coup gelang ihm in der 53. Minute eindrucksvoll. Nach einem anschließenden Doppelpass machte Jonathan Schneider kurzen Prozess und traf zum 2:0. Von da an übernahmen die Hausherren wieder die Initiative und mit der Einwechslung von Robert Boese nach einer Stunde hatte die FCO-Verteidigung ein ganz schweren Stand. Besonders enttäuschend aus Sicht der Gäste war, dass sie keine einzige Torchance herausspielen konnten. Aber es dauerte bis in die 87. Minute, ehe der Sack nach einem Konter richtig zugemacht wurde. Harry Pufal behinderte den enteilten Jonathan Schneider im Strafraum von hinten beim Torschuss. Dafür gab es die Rote Karte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Elvir Jugo souverän. Nach dem Spiel schlugen die Görlitzer Spieler im Kreis Purzelbäume und feierten mit den Fans ausgelassen den Derby-Sieg. Trotz der Brisanz war es insgesamt eine ganz faire Partie auf den Platz und auf den Rängen. | |
| Dirk Macykowski (NFV GW Görlitz) | |
| Nachsatz: Ganz so chancenlos war der FCO trotz aller Defizite aber wohl doch nicht. In der 29. Minute köpfte Grubhoffer nach einer Uhlig-Flanke knapp über die Querlatte. Wenig später fegte ein Fallrückzieher von Kolan, Hentschel und Uhlig hatten die Vorarbeit geleistet, ins Toraus. Die nächste Hentschel-Eingabe wurde Beute von Tormann Zwahr. In diese Druckphase hinein fiel dann das Görlitzer Tor, bei dem die FCO-Abwehr auf Abseits spekuliert hatte. Im Endeffekt war der NFV-Sieg natürlich verdient. Neben den Toren lagen die besseren Chancen in der 2. Hälfte eindeutig bei Görlitz. Da musste der FCO noch so manche knifflige Situation klären (gefährliche Eingabe Potyszka (46.), Schüsse Jaworski (65.) und Boese (72.), Hinterhaltsknaller Pietsch (85.). Dagegen war der eine Torschuss von Kovarík einfach zu wenig. Tragisch, dass mit Harry Pufal einer der FCO-Besten dann noch Rot sah. Aber anders konnte er Schneider nicht mehr vom Ball trennen. Da lag der Schiri mit seinen Entscheidungen natürlich richtig, nur zuvor hätte er die Karten etwas gerechter verteilen können. | |
| Erich Scherbarth | |
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